
Selbst der Gegner aus Lingen bestätigte nach dem Spiel eine unterirdische Leistung des Referees, da alle strittigen Situationen grundsätzlich gegen Salzbergen gepfiffen wurden. Doch muss sich der SVA auch an die eigene Nase fassen, denn fast alle Spieler haben sich im weiteren Spielverlauf damit beschäftigt, sich mit den Schiedsrichterentscheidungen auseinanderzuetzen, anstatt das gute Spiel der ersten Halbzeit fortzuführen.
Salzbergen begann mit folgender Aufstellung: Nordmann im Tor, Haking und Schockmann auf den Außen. Segger und Schiele im Rückraum. Kreimer auf der Mittelposition und Wilp stand am Kreis. Verzichten musste der SVA an diesem Abend auf Brinker, Siepker und Teders.
Die Anfangsphase dieser Partie wurde von den Abwehrreihen bestimmt. Wenig Tore fielen auf beiden Seiten, denn die Angriffsreihen suchten Lücken, die nicht zu finden waren. Die Lingener schafften dann den ersten Treffer der Partie. Doch auch der SVA nutzte seine erste Chance, als Haking auf Außen den Ball erhielt und ausglich. Die nächsten Treffer erzielten Schockmann, der ebenfalls von Außen traf und der Kaptiän Frank Kreimer zum 3:1.
Lingen schaffte den Anschluss und Salzbergen hätte im Gegenzug wieder erhöhen können, als Schockmann auf außen klar beim Wurf gefoult wurde. Doch der Schiedsrichter ließ die Partie weiter laufen und Lingen leitete den Gegenstoß ein, welcher durch Schockmann nach einem Foul unterbunden wurde. Die folgende Zeitstrafe war berechtigt, doch hätte es dazu nicht kommen dürfen, wenn das Foul an Schockmann geahndet worden wäre. Die Bank der Salzbergener wurde nach Protesten mit Gelb verwahnt.
Die Lingener konnten in Überzahl ausgleichen, doch auch Segger erzielte im Gegenangriff einen Treffer. Nach einer Viertelstunde stand es 4:4 unentschieden. Die nächsten Tore fielen im Wechsel. Schiele per Siebenmeter und Schockmann, nachdem er in den Rückraum gewechselt war, erzielten die Salzbergener Treffer. Erneut waren es diese Spieler, die die nächsten Tore zum 7:6 und 8:6 beisteuerten.
Das 9:6 erzielte Haking nach einem Tempogegenstoß und Salzbergen war erstmals mit drei Toren in Führung. Das nächste Tor warf Haking von Außen ehe Lingen die erste Zweiminutenstrafe nach Foul an Schockmann erhielt. Schiele nutzte diese Situation zu seinem vierten Tor. Salzbergen führte zur Halbzeit mit 11:8.
In der zweiten Hälfte begannen Berghof für Schockmann, Skalka für Wilp und Hanfeld für Kreimer. Doch Hanfeld stand nicht lange auf dem Platz, als er auch schon eine Zeitstrafe erhielt und wieder gehen musste. Lingen erzielte ein Tor in dieser Überzahl. Als Schockmann zurück war, schienen sich die Lingener vorgenommen zu haben, diesen besonders hart anzugehen, denn bei jedem Wurfversuch wurde der junge Schüttorfer aus der Luft gerissen und gefoult. Es sollte im ganzen Spiel nicht eine Strafe für dieses vergehen geben. Nach dem Spiel sprach der Schiedsrichter über diese Szenen von Schauspielerei, was nur noch für Kopfschütteln sorgen konnte.
Lingen erhielt hingegen für ein minderschweres Foul eine Zweiminutenstrafe, als nämlich Wilp am Kreis niedergerungen wurde. Doch nutzte Salzbergen diese Überzahl nicht, sondern erhielt im Gegenteil sogar ein Tor zum 12:11. Berghof erhöhte noch einmal von Außen bevor Lingen zwei Treffer in Folge schaffte und es Unentschieden stand. In der vierzigsten Minuten ging Salzbergen ein letztes Mal durch Andy Schiele in Führung, ehe das Chaos ausbrach.
Nachdem Schockmann erneut gefoult wurde und es nicht zu einem Pfiff kam, konnte Lingen im Gegenstoß ausgleichen und wenig später nach einer schönen Einzelaktion in Führung gehen. Salzbergen erhielt Mitte der zweiten Hälfte die erste von sechs Zweiminutenstrafen die nun folgen sollten.
Es traf Michael Berghof, der diese Strafe erhielt, nachdem er seinen Gegenspieler auf Außen gehalten hatte. Unverständnis machte sich nun auch unter den Zuschauern breit, die nicht nachfühlten konnten, warum es hierfür ein Strafe gab. Nur eine Minute später erhielt der Salzbergener Torhüter Nordmann eine Zeitstrafe. Der Schiedsrichter hatte auf Siebenmeter für Lingen entschieden, worauf Nordmann kurz aufschrie. Wer zwei Tage zuvor beim Länderspiel den aufbrausenden Keeper Jogi Bitter gesehen hatte, der protestierte und gegen den Pfosten trat und nicht eine Ermahnung dafür erhielt, fragte sich auch hier, warum in der Regionsklasse härter bestraft wird, als bei der Europameisterschaft.
Salzbergen spielte nun mit nur vier Feldspielern. Doch den fälligen Siebenmeter konnte Timo Determann, der für Nordmann ins Tor kam, direkt parieren. Die Unterzahl konnte der SVA allerdings nicht kompensieren und erhielt zwei Gegentore.
Die kurioseste Schiedsrichterentscheidung sollte aber noch folgen. In der achtundvierzigsten Spielminute wurde Hanfeld im Angriff von einem Lingener Spiel gefoult. Eine Zweiminutenstrafe war die berechtigte Folge. Doch anstatt den Spieler vom Platz zu nehmen, der das Foul begangen hatte, erhielt ein anderer Lingener die Zweiminutenstrafe. Dieser beteuerte verständlicherweise seine Unschuld, doch der Schiedsrichter hörte nichteinmal auf den Salzbergener, der den Referee auf seinen Fehler aufmerksam machte. Diese krasse Fehlentscheidung wurde also nicht zurückgenommen.
Schlimmer war noch, dass der Salzbergener Andy Schiele, der den Referee auf seinen Fehler aufmerksam machen wollte ebenfalls eine Zeitstrafe erhielt.
Der Spielstand von 14:17 war schon fast in Vergessenheit geraten. Die nächsten Angriffe glichen sich. Vier mal in Folge wurde Haking auf Außen angespielt und dieser ging aufs Tor zu. Doch jedes Mal wurde er beim Torwurf gefoult wofür es nur einen Freiwurf gab. Erst nachdem der Schiedsrichter die Seite gewechselt hatte und näher an der Situation stand, gab es beim vierten Foul endlich Siebenmeter. Wäre der Schiedsrichter eher auf diese Idee gekommen, hätte es vier Siebenmeter anstatt einen gegeben.
Immerhin verwandelte Schockmann, doch als Lingen in der Folge zwei Mal traf war das Spiel schon vorentschieden. Salzbergen schaffte in der fünfzigsten Minute nach guter Abwehrleistung, den Ball zu erorbern. Schockmann war frei durch und erhielt den Ball von Schiele. Doch anstatt alleine aufs Tor zugehen zu können , wurde er von einem Lingener Spieler aus vollem Lauf von hinten umgerissen. Ein lauter Aufschrei ging durch die Halle und selbst die Zuschauer waren erbost aufgesprungen. Als Konsequenz gab es allerdings keine rote Karte, keine Zeitstrafe, kein Freiwurf. Es gab Einwurf für Salzbergen und die Torchance war dahin.
Im nächsten Angriff der Lingener hatte Hanfeld seinen Gegenspieler gehalten. Hier gab es dann sofort eine Zeitstrafe, die bei einem anderen Spielverlauf auch berechtigt gewesen wäre, doch wenn man dieses Foul mit denen vergleicht, die Schockmann einstecken musste, fehlt das Verständnis für diese Entscheidung. Wenig später erhielt dann auch noch der Salzbergener Trainer eine Zeitstrafe, weil er sich am Zeitnehmertisch über die Schiedsrichterentscheidungen beschwerte.
Kurz vor Ende verwarf dann der Salzbergener Kapitän einen Siebenmeter, wobei dieser das Ergebnis nicht mehr gerettet hätte. Den Schlusspunkt erzielte Andy Schiele, indem er das 17:22 erzielte.
Die Torschützen: Schiele (5), Schokmann (5), Haking (3), Berghof, Kreimer, Segger (je 1)
Letztendlich kann man sagen, dass in diesem Spiel mehr möglich war. Leider ließ sich die unerfahrene Truppe zu sehr von den strittigen Entscheidungen des Schiedsrichters ablenken. Im Anschluss an das Spiel brauchte die Mannschaft noch lange, um das Geschehene aufzuarbeiten. Zahlreiche Diskussionen über das ganze Wochenende konnten noch immer nicht alle Gemüter beruhigt werden.
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